Ratgeber · Öffentlich laden

Ladekarten-Vergleich 2026

AC oder DC, Roaming, Blockiergebühren, Grundgebühr — die richtige Ladekarte spart dir hunderte Euro pro Jahr. Der Marktvergleich für Deutschland.

24. Januar 2026 9 Min. Lesezeit Ratgeber

Wer viel unterwegs lädt, kommt an einer öffentlichen Ladekarte nicht vorbei. Aber der Markt ist unübersichtlich: 15+ große Anbieter, Preise zwischen 40 und 89 Cent pro kWh, Grundgebühren und Blockierstrafen. Was lohnt sich 2026 wirklich?

Die vier großen Anbieter im Fokus

EnBW mobility+

Größtes Ladenetz in Deutschland mit über 700.000 Ladepunkten via Roaming. AC-Preis 2026: 55 ct/kWh (Standard), 45 ct/kWh (Vielfahrer-Tarif L 6 €/Monat). DC-Preis: 65 ct/kWh (Standard), 55 ct/kWh (Vielfahrer). Sehr transparent, einfache App.

Shell Recharge

Über 500.000 Ladepunkte europaweit. AC-Preise ab 49 ct/kWh, DC ab 63 ct/kWh. Vorteil: nahtlose Integration mit Shell-Tankstellen. Für viele Vielfahrer und Firmenwagen erste Wahl.

Aral pulse

Über 400.000 Ladepunkte. Klare Preisstruktur: 47 ct/kWh AC, 61 ct/kWh DC (Standard). Aral pulse Plus: 39 ct AC / 55 ct DC bei 7,99 €/Monat. Sehr gute Preise, ordentliche App.

Ionity Passport

Nur HPC-Netz, europaweit über 3.500 Ladepunkte an Autobahnen. Ohne Passport 79 ct/kWh, mit Passport (11,99 €/Monat) 35 ct/kWh. Rechnet sich ab ca. 300 kWh Autobahnladung pro Monat.

Was du beim Vergleich beachten musst

  • Grundgebühr: Erst ab welchem monatlichen Ladevolumen amortisiert sie sich?
  • Blockiergebühr: Fast alle DC-Ladepunkte berechnen ab Minute 45–60 zusätzlich 10 ct/Minute. Das kann bei falscher Nutzung schnell 30 € pro Ladung ausmachen.
  • Roaming-Preise: An fremden Ladepunkten (z. B. EnBW-Karte an Aral-Säule) zahlst du oft 10–20 ct/kWh Aufschlag.
  • Deckelung: Manche Karten (ADAC e-Charge) haben Preisdeckel, andere nicht.

Preise 2026 im Direktvergleich (AC / DC)

AnbieterACDC/HPCGrundgebühr
EnBW mobility+ Standard55 ct65 ct0 €
EnBW Vielfahrer L45 ct55 ct5,99 €
Aral pulse Basic47 ct61 ct0 €
Aral pulse Plus39 ct55 ct7,99 €
Shell Recharge49 ct63 ct0 €
Ionity direkt79 ct0 €
Ionity Passport35 ct11,99 €
ADAC e-Charge48 ct56 ct0 €

Preise Januar 2026. Alle Angaben ohne Gewähr, konkrete Konditionen bitte beim jeweiligen Anbieter prüfen.

Welche Karte für welches Fahrprofil?

Pendler (überwiegend zu Hause laden, 1–2× pro Monat unterwegs)

ADAC e-Charge oder EnBW Standard reichen völlig. Grundgebührfrei, ordentliche Preise.

Vielfahrer im Nahverkehr (2–4× pro Woche unterwegs laden)

Aral pulse Plus (7,99 €) oder EnBW Vielfahrer L (5,99 €). Amortisation ab ca. 60 kWh/Monat.

Autobahnfahrer / Außendienstler

Ionity Passport ist unschlagbar bei > 300 kWh/Monat auf HPC-Ladern. Kombiniere mit EnBW für Backup an Ladepunkten außerhalb Ionitys.

Sonderfall: Ad-hoc-Laden

Seit dem Update der Ladesäulenverordnung 2023 muss jede öffentliche Ladesäule ohne Vertrag per Kreditkarte oder PayPal bezahlbar sein. Ad-hoc-Preise liegen aber meist 5–10 ct/kWh über den Kartenpreisen. Für Notfälle OK, für Regelbetrieb nicht sinnvoll.

App-Tipp: Chargeprice.app zeigt dir für jeden Ladepunkt in Deutschland den günstigsten Anbieter live an. Bei häufig genutzten Ladesäulen lohnt es sich, zwei Karten dabei zu haben.

Blockiergebühren vermeiden

Ab Minute 45 wird an vielen DC-Ladern gebührenpflichtig geblockt. Faustregel: bis 80 % laden, dann weiterfahren. Die Ladeleistung fällt jenseits von 80 % ohnehin stark ab (siehe unsere Ladezeit-Berechnung).

Fazit

Für Otto-Normal-Fahrer 2026 empfehlen wir zwei Karten in der Ablage:

  1. EnBW mobility+ als Universal-Backup (größtes Netz, keine Grundgebühr)
  2. Aral pulse Plus oder Ionity Passport je nach eigenem Streckenprofil

Wer viel zu Hause lädt, umgeht 90 % der öffentlichen Preise ohnehin. Prüfe daher zuerst, ob ein Autostrom-Tarif bei dir sinnvoller ist als eine dritte Ladekarte.

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