Wer viel unterwegs lädt, kommt an einer öffentlichen Ladekarte nicht vorbei. Aber der Markt ist unübersichtlich: 15+ große Anbieter, Preise zwischen 40 und 89 Cent pro kWh, Grundgebühren und Blockierstrafen. Was lohnt sich 2026 wirklich?
Die vier großen Anbieter im Fokus
EnBW mobility+
Größtes Ladenetz in Deutschland mit über 700.000 Ladepunkten via Roaming. AC-Preis 2026: 55 ct/kWh (Standard), 45 ct/kWh (Vielfahrer-Tarif L 6 €/Monat). DC-Preis: 65 ct/kWh (Standard), 55 ct/kWh (Vielfahrer). Sehr transparent, einfache App.
Shell Recharge
Über 500.000 Ladepunkte europaweit. AC-Preise ab 49 ct/kWh, DC ab 63 ct/kWh. Vorteil: nahtlose Integration mit Shell-Tankstellen. Für viele Vielfahrer und Firmenwagen erste Wahl.
Aral pulse
Über 400.000 Ladepunkte. Klare Preisstruktur: 47 ct/kWh AC, 61 ct/kWh DC (Standard). Aral pulse Plus: 39 ct AC / 55 ct DC bei 7,99 €/Monat. Sehr gute Preise, ordentliche App.
Ionity Passport
Nur HPC-Netz, europaweit über 3.500 Ladepunkte an Autobahnen. Ohne Passport 79 ct/kWh, mit Passport (11,99 €/Monat) 35 ct/kWh. Rechnet sich ab ca. 300 kWh Autobahnladung pro Monat.
Was du beim Vergleich beachten musst
- Grundgebühr: Erst ab welchem monatlichen Ladevolumen amortisiert sie sich?
- Blockiergebühr: Fast alle DC-Ladepunkte berechnen ab Minute 45–60 zusätzlich 10 ct/Minute. Das kann bei falscher Nutzung schnell 30 € pro Ladung ausmachen.
- Roaming-Preise: An fremden Ladepunkten (z. B. EnBW-Karte an Aral-Säule) zahlst du oft 10–20 ct/kWh Aufschlag.
- Deckelung: Manche Karten (ADAC e-Charge) haben Preisdeckel, andere nicht.
Preise 2026 im Direktvergleich (AC / DC)
Preise Januar 2026. Alle Angaben ohne Gewähr, konkrete Konditionen bitte beim jeweiligen Anbieter prüfen.
Welche Karte für welches Fahrprofil?
Pendler (überwiegend zu Hause laden, 1–2× pro Monat unterwegs)
ADAC e-Charge oder EnBW Standard reichen völlig. Grundgebührfrei, ordentliche Preise.
Vielfahrer im Nahverkehr (2–4× pro Woche unterwegs laden)
Aral pulse Plus (7,99 €) oder EnBW Vielfahrer L (5,99 €). Amortisation ab ca. 60 kWh/Monat.
Autobahnfahrer / Außendienstler
Ionity Passport ist unschlagbar bei > 300 kWh/Monat auf HPC-Ladern. Kombiniere mit EnBW für Backup an Ladepunkten außerhalb Ionitys.
Sonderfall: Ad-hoc-Laden
Seit dem Update der Ladesäulenverordnung 2023 muss jede öffentliche Ladesäule ohne Vertrag per Kreditkarte oder PayPal bezahlbar sein. Ad-hoc-Preise liegen aber meist 5–10 ct/kWh über den Kartenpreisen. Für Notfälle OK, für Regelbetrieb nicht sinnvoll.
Blockiergebühren vermeiden
Ab Minute 45 wird an vielen DC-Ladern gebührenpflichtig geblockt. Faustregel: bis 80 % laden, dann weiterfahren. Die Ladeleistung fällt jenseits von 80 % ohnehin stark ab (siehe unsere Ladezeit-Berechnung).
Fazit
Für Otto-Normal-Fahrer 2026 empfehlen wir zwei Karten in der Ablage:
- EnBW mobility+ als Universal-Backup (größtes Netz, keine Grundgebühr)
- Aral pulse Plus oder Ionity Passport je nach eigenem Streckenprofil
Wer viel zu Hause lädt, umgeht 90 % der öffentlichen Preise ohnehin. Prüfe daher zuerst, ob ein Autostrom-Tarif bei dir sinnvoller ist als eine dritte Ladekarte.
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