Redaktion: Stromskala
Welche Kosten willst du vergleichen?
Energiekosten beantworten, was eine zusätzliche Strecke ungefähr kostet. Vollkosten verteilen darüber hinaus Wertverlust, Versicherung, Wartung und weitere Ausgaben auf die Fahrleistung. Beide Größen sind nützlich, beantworten aber unterschiedliche Fragen. Vergleiche beim Verbrenner dieselbe Kostengrenze, sonst entsteht ein scheinbarer Vorteil allein durch die Auswahl der Positionen.
Ladeorte gewichten
Fiktives Beispiel: 70 Prozent deiner Energie kommen zu 0,32 Euro/kWh von zu Hause und 30 Prozent zu 0,59 Euro/kWh vom Schnelllader. Der gewichtete Preis beträgt 0,401 Euro/kWh. Bei 18 kWh/100 km am Zähler entstehen 7,218 Euro pro 100 km beziehungsweise rund 7,22 Cent pro Kilometer.
Der Anteil bezieht sich auf geladene Energie, nicht auf die Anzahl der Sitzungen. Eine große Schnellladung kann mehr wiegen als mehrere kleine Ladevorgänge zu Hause. Übernimm nach Möglichkeit Energiemengen aus Rechnungen oder Zählerdaten.
Ladeverluste nicht doppelt zählen
Ein Verbrauch am Stromzähler enthält bereits die Energie, die beim Laden nicht im Akku ankommt. Ein Fahrverbrauch kann eine andere Messgrenze haben. Prüfe außerdem, ob ein angegebener WLTP-Nennverbrauch Ladeverluste einschließt. Addiere nicht blind zehn Prozent auf jede Zahl; dokumentiere, welche Messgröße du verwendest.
Vollkosten aus Einzelpositionen aufbauen
Angenommen werden fünf Jahre und 75.000 km. Ein Wertverlust von 18.000 Euro, 5.400 Euro Energie, 4.000 Euro Versicherung sowie 2.000 Euro Wartung und sonstige Ausgaben ergeben 29.400 Euro. Geteilt durch 75.000 km sind das 39,2 Cent/km. Diese Beträge sind bewusst gesetzte Beispiele, keine Marktmittelwerte.
Finanzierungszinsen, Steuer, Parken oder eine Wallbox können zusätzliche Positionen sein. Beim Kauf ist für die wirtschaftlichen Vollkosten der Wertverlust maßgeblich; Kaufpreis und Wertverlust dürfen nicht gleichzeitig voll addiert werden. Bei einer Liquiditätsplanung ist dagegen auch der anfängliche Zahlungsbedarf relevant.
Die Fahrleistung verändert das Ergebnis
Wird das gleiche Auto weniger gefahren, verteilen sich weitgehend feste Kosten auf weniger Kilometer. Halbiere deshalb nicht sämtliche Ausgaben, wenn du die Strecke halbierst. Trenne kilometerabhängige Positionen von Zeitkosten und prüfe zugleich einen anderen Restwert.
Eine Belastungsprobe mit höherem Strompreis und niedrigerem Verkaufserlös zeigt, ob die Entscheidung robust bleibt. Vergleiche schließlich Fahrzeuge, die denselben Mobilitätsbedarf erfüllen. Ein kleineres, günstigeres Fahrzeug kann bei Vollkosten stärker wirken als die Wahl zwischen zwei ähnlichen Ladetarifen.
Quellen und Einordnung
Dieser Beitrag erläutert veröffentlichte Informationen und eigene Modellrechnungen. Er berichtet keinen eigenen Fahrzeug- oder Produkttest. Zahlen in Beispielen sind Annahmen; verbindliche Ausstattungen und Konditionen stehen in den jeweiligen Vertragsunterlagen.
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